Schroedel Verlag

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Der Schroedel Verlag war ein deutscher Schulbuchverlag. Er ist heute Teil der Westermann Gruppe, die wiederum zur Medien Union GmbH gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vorläufer des Verlags war die 1792 gegründete Kümmelsche Sortiments- und Verlagsbuchhandlung in Halle (Saale).

1839 teilte der Eigentümer Carl A. Kümmel sein Unternehmen in Buchhandlung und Verlag. Die Buchhandlung verkaufte er an seinen langjährigen Mitarbeiter Wilhelm Georg Knapp. 1846 verkaufte er auch den Verlag an Knapp.[1] Nach dem Tod von Knapp verkaufte seine Witwe das Geschäft 1850 an die langjährigen Mitarbeiter Friedrich Ludwig (Louis) Schroedel und Ludwig Simon. Der Verlag firmierte zeitweise unter dem Namen Schroedel & Simon[2], ab 1835 unter dem Namen Schroedel.

In den 1930er Jahren übernahm Joachim von Schroedel-Siemau (1901–1963) den Verlag von seinem Vater Hermann Ludwig (oder: Louis) von Schroedel-Siemau, ab 1943 war er alleiniger Inhaber.[3] Nach 1945 wurde der Verlagssitz von Halle nach Hannover verlegt.

1961 trat Hermann von Schroedel-Siemau in den Verlag der Familie ein. 1963 wurde er dessen geschäftsführender Gesellschafter. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen bis 1981 zu einem der größten deutschen Schulbuch-Verlage mit besonderem Gewicht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften. Mit einem Jahresumsatz von rund 180 Millionen DM war die Hermann Schroedel KG zeitweilig – nach dem wissenschaftlichen Springer Verlag – der größte Verlag in Deutschland.

Von 1950 bis 1981 firmierte der Verlag als Hermann Schroedel Verlag KG. 1981 ging der Hermann Schroedel Verlag in Konkurs. Er konnte Löhne und Gehälter für 450 Beschäftigte nicht mehr zahlen. [4] Ab 1981 gehörte der Verlag zur Holtzbrinck-Gruppe.[5] 1982 wurde der Verlag in eine GmbH umgewandelt. Er wurde zunächst als Schroedel Schulbuchverlag GmbH, später als Schroedel Verlag GmbH fortgeführt.

2003 verkaufte Holtzbrinck seine Schulbuchholding „Das Bildungshaus“, in die der Schroedel Verlag eingeordnet worden war, an Westermann.[6] Der Schroedel Verlag verschmolz dort mit dem Westermann Schulbuchverlag, dem Schöningh Verlag (Schulbuch) und dem Winklers Verlag. Der Verlagsname und seine Marken werden innerhalb dieser Bildungsgruppe als Imprint geführt. Der Sitz ist Braunschweig.

Angebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag bietet nach eigenen Angaben „ein umfassendes Programm für den deutschsprachigen Bildungsmarkt“ an. Das Programm beinhaltet über 3000 Titel – Schulbücher, Lehrermaterialien und Lernsoftware – für sämtliche Schularten. Der Verlag unterhält Schulbuchzentren in Berlin, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München und Stuttgart.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag in CERL Thesaurus (abgerufen am 23. Juni 2014).
  2. Eintrag in CERL Thesaurus (abgerufen am 23. Juni 2014).
  3. Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 323 (abgerufen am 23. Juni 2014).
  4. Schwachstelle ist das Management, Der Spiegel 33/1982, 16. August 1982 (abgerufen am 23. Juni 2014).
  5. Schroedel Verlag GmbH, Universal-Lexikon (abgerufen am 23. Juni 2014)
  6. Silke Leuckfeld: Machtkonzentration in den Schulranzen, ver.di, 7. Juni 2003 (abgerufen am 23. Juni 2014).
  7. Schroedel Verlag, Deutscher Bildungsserver (abgerufen am 23. Juni 2014).