Albert Schiffner

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Christian Albert Schiffner (* 21. Februar 1792 in Leipzig; † 6. Mai 1873 in Dresden) war ein deutscher Geograph, Schriftsteller und Lexikograph.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Albert Schiffner wurde als Sohn von Heinrich Gotthold Schiffner, einem Leipziger Krämer geboren. Schiffner verbrachte seine Kinder- und Jugendjahre in Leipzig und besuchte hier die Nicolaischule, von 1810 bis 1813 schloss sich ein Theologiestudium an, das Schiffner mit Bestnoten abschloss. Nach dem Studium folgte Schiffner seinem älteren Bruder Wilhelm und zog nach Glauchau, von 1815 bis 1817 arbeitet er als Hauslehrer bei der Familie Czettritz im schlesischen Kolbnitz bei Jauer (Jawor).

Im Anschluss an diese Anstellung übersiedelte Schiffner nach Dresden, wo er sich Studien der Geographie, Topographie und Geschichte Sachsens zuwandte. Sein erstes Werk war der 10. Band von Dankegott Immanuel Merkels Erdbeschreibung von Kursachsen und den ietzt dazu gehörenden Ländern. Der Band umfasste allerdings die Niederlausitz, welche nach dem Wiener Kongress 1815 von Sachsen an Preußen abgetreten wurde, so dass es nie zu einer Veröffentlichung des Titels kam, das einzig erhaltene gedruckte Exemplar befindet sich heute im Bestand der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden.

Später beteiligte sich Schiffner auch an der Abfassung und Herausgabe von August Schumanns 18-bändigen Vollständigen Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, das er nach Schumanns Tod (1826) zum Abschluss brachte. Als erstes größeres eigenständiges Werk verfasste Schiffner 1835 eine Beschreibung der gesammten sächsisch-böhmischen Schweiz in ihrer neuesten Gestalt in zwei Bänden. Der sächsische König Friedrich August II. soll beide Bände bei seinen Wanderungen in der Sächsischen Schweiz immer bei sich getragen haben. 1838 erschien als zweites Hauptwerk die Beschreibung von Sachsen und der Ernestinischen, Reußischen und Schwarzburgischen Lande. Nahezu zeitgleich erstellte Schiffner auch das zweibändige Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Angesichts der damaligen Verkehrsverhältnisse ist es bemerkenswert, dass Schiffner die von ihm beschriebenen Örtlichkeiten meist selbst besuchte und Erkundigungen vor Ort einholte. Wenig bekannt ist, dass Schiffner auch auf dem Gebiet der Musik als Kritiker und Autor tätig war.

1846 zog Schiffner wieder nach Glauchau und übernahm die Stelle des Redakteurs beim Schönburgschen Anzeiger. Seine konservative Einstellung rief jedoch Anfeindungen hervor, infolgedessen er 1852 wieder nach Dresden zurückkehrte, als Konservativer konnte er sich mit den sich veränderten Ansichten nach der Revolution von 1848/49 nicht anfreunden und wurde zunehmend verbittert, barsch und abweisend. Auch in seiner wissenschaftlichen Forschung konnte er sich nicht neuen Erkenntnissen zuwenden, was ihm zunehmend Kritik eintrug. Schiffners Lebensabend wurde wahrscheinlich von Demenz geprägt, er starb am 6. Mai 1873 in Dresden.

Schiffner blieb zeitlebens Junggeselle, er hinterließ keine Nachkommen.

Verdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Schiffner gilt heute als bedeutender geographischer Autor Sachsens im 19. Jahrhundert. Seine exakt dokumentierten und reich bebilderten Werke geben einen tiefen Einblick in die Lebens-, Arbeits- und Naturverhältnisse seiner Zeit.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöna. Hirschmühle, aus: Beschreibung von Sachsen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert Schiffner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien