Anton Sunder-Plassmann

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Anton Sunder-Plassmann, zuweilen auch Plaßmann, (* 28. Juni 1860 in Liesborn; † 19. September 1931 in Grevenbrück) war ein deutscher Architekt und Bauunternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Sunder-Plassmann wurde als Sohn von Joseph Sunder (1822–1903) Landwirt in Liesborn, und dessen Ehefrau Elisabeth Plaßmann (1823–1883) geboren, er war das achte von zwölf Kindern. [1] Anton lernte bei seinem älteren Bruder Caspar, der als Baumeister in Soest tätig war, das Bauhandwerk, der weitere der insgesamt drei Brüder Wilhelm Sunder-Plassmann war Architekt und Dombaumeister in Münster.

Sunder-Plassmann erbaute in dem Zeitraum 1886 bis 1930 insgesamt 51 Kirchen, die meisten davon im südlichen Sauerland. Namhafte Architekten wie Joseph Buchkremer (Dombaumeister), Johannes Franziskus Klomp und Gerhard August Fischer standen ihm zur Seite.[2]

Sein erstes selbständiges Bauwerk war die katholische Pfarrkirche in Förde (heute: Grevenbrück), die er 1886/87 nach den Entwürfen von Gerhard August Fischer mit einer italienischen Baukolonne errichtete, er beschäftigte auch in den Folgejahren italienische Maurer, die üblicherweise über eine besondere Fertigkeit im Mauern mit Bruchsteinen verfügten. Einer seiner Bauführer war der heimische Josef Beule, der Vater des insbesondere in Oberschlesien bekannt gewordenen Bildhauers Matthias Beule.

Bis etwa Mitte des Ersten Weltkrieges errichtete Anton Sunder-Plassmann von seinem Sitz in Förde aus eine Anzahl weiterer Kirchen im Sauerland, unter anderem in Meggen, Altenhundem, Schmallenberg, Kirchveischede, Saalhausen, Olpe, Heggen, Kirchhundem und Welschen Ennest. Nach der kriegsbedingten Unterbrechung konnte der Baubetrieb erst 1922 wieder aufgenommen werden, es entstanden die Gotteshäuser unter anderem in Bonzel, Fretter (Erweiterung), Attendorn (Konvikt), Schliprüthen (Umbau), Sporke und Dünschede (Erweiterung).[3]

Anton Sunder-Plassmann führte ein bescheidenes Leben und war stets um das Wohl seiner Mitarbeiter bemüht, er starb am 19. September 1931 an einem Herzinfarkt in Grevenbrück, seine letzte Ruhestätte fand er an der Pfarrkirche in Grevenbrück, seinem ersten Bauwerk.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Krause: Menschen der Heimat – Kreis Olpe, Kirchhundem 1989, Beitrag Nr. 72: Anton Sunder-Plassmann, S. 416–421

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilungsblatt des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn, Nr. 29 – 2007: 100 Jahre Collegium Bernardinum am Nordwall, S. 23, Onlineversion (PDF; 3,5 MB) abgerufen am 25. Mai 2013
  2. s. auch Jochen Krause, Menschen der Heimat – Kreis Olpe, Kirchhundem 1989,Beitrag Nr. 72: Anton Sunder-Plassmann, S. 416,417
  3. Jochen Krause, ebenda S.419 -421
  4. s. auch Ralf Breer und Otto Höffer, Kirchen und Kapellen in Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem, Herausgeber: Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem, Attendorn 1999, S. 88
  5. s. auch Ralf Breer und Otto Höffer, ebenda S. 106
  6. s. auch Ralf Breer und Otto Höffer, ebenda S. 62
  7. s. auch Ralf Breer und Otto Höffer, ebenda S. 74