Christoph Brandis

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Christoph Brandis (* in Werl, Westfalen; † 10. März 1658 in Rüthen in Westfalen) war Bürgermeister von Rüthen und Geschichtsschreiber.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandis war ein Werler Erbsälzer. Wohl durch die familiären Verbindungen der Mutter, die aus der dortigen Burgmannenfamilie von Bruwerdinchusen stammte, kam er nach Rüthen. Er lebte dort im Stammhaus der mütterlichen Familie im Bereich der Oester-Bauerschaft der Stadt. Ihm zu Ehren wurde die Stelle im 19. Jahrhundert als Brandiseck bezeichnet. Er war mit Maria Thorwesten aus Geseke verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte.

Brandis erwarb sich rasch Ansehen in der Stadt. Er hat ihre Rechte gegenüber kurfürstlichen Eingriffsversuchen verteidigt. Er war 1652 und 1656 Bürgermeister der Stadt und vertrat sie auch als Deputierter auf dem Landtag des Herzogtums Westfalen.

In dem Prozess gegen den kurfürstlichen Richter Schellewald hat er als Beweismittel eine große Zahl Urkunden vorgelegt und ist dadurch wohl auf den Inhalt des städtischen Archivs aufmerksam geworden.

Er hat auf dieser Basis eine Geschichte der Stadt Rüthen verfasst. Diese enthält über die Geschichte der Stadt hinaus viele Informationen zur westfälischen Landesgeschichte im Allgemeinen. Diese Arbeit wurde von anderen frühneuzeitlichen Geschichtsschreibern wie Johann Dietrich von Steinen für ihre Arbeiten herangezogen. In einem ersten Teil schilderte er die allgemeine Geschichte der Stadt bis zum Ende des dreißigjährigen Krieges. In einem zweiten Teil beschrieb Brandis die adeligen und patrizischen Geschlechter der Stadt. Ergänzt wurde die Arbeit später von einem Conrad Röingh durch einen dritten Teil. Dieser beschäftigt sich mit der Wirtschaft und dem Stadtrecht.

Brandis hat außerdem ein Tagebuch über den Dreißigjährigen Krieg verfasst.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Brandis: Geschichte der Stadt Rüden. [um 1650] abgedruckt in: Johann Suibert Seibertz: Quellen zur westfälischen Geschichte Bd. 1 Arnsberg, 1857 S. 221–318 Digitalisat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Suibert Seibertz: Westfälische Beiträge zur Deutschen Geschichte. Bd. 1 Darmstadt, 1819 99-103
  • Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Teil 12. Leipzig 1824, 259

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]