# Deutsches Diabetes-Zentrum

Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) (Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) | |
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Das Deutsche Diabetes-Zentrum | |

Kategorie: | Forschungseinrichtung |

Träger: | Deutsche Diabetes-Forschungsgesellschaft |

Rechtsform des Trägers: | Eingetragener Verein |

Sitz des Trägers: | Düsseldorf |

Mitgliedschaft: | Leibniz-Gemeinschaft |

Standort der Einrichtung: | Düsseldorf |

Art der Forschung: | Grundlagenforschung |

Fächer: | Naturwissenschaften |

Fachgebiete: | Klinische Diabetologie, Klinische Biochemie und Pathobiochemie, Biometrie und Epidemiologie |

Grundfinanzierung: | Bund (50 %), Länder (50 %) |

Leitung: | Michael Roden (Wissenschaftlicher Geschäftsführer), Andreas Fidelak (Kaufmännischer Geschäftsführer) |

Mitarbeiter: | ca. 210 (Stand Juni 2017) |

Anmerkung: | An-Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |

Homepage: | www.ddz.uni-duesseldorf.de |

Das **Deutsche Diabetes-Zentrum** (DDZ), **Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf**, ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Düsseldorf. Seine Forschungsaktivitäten sind der anwendungsorientierten Grundlagenforschung im Fach der Naturwissenschaften auf dem Gebiet der klinischen Diabetologie, der klinischen Biochemie und Pathobiochemie, der Biometrie und Epidemiologie sowie der Versorgung zuzuordnen. Das DDZ verfolgt das Ziel, neue Ansätze zur Prävention, Früherkennung und Diagnostik des Diabetes zu entwickeln und die Therapie und Versorgung des Diabetes und seiner Komplikationen zu verbessern. Das Zentrum steht unter der Trägerschaft der Deutschen Diabetes-Forschungsgesellschaft e.V. und ist als „Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung“ Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz sowie darüber hinaus ein An-Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

## Inhaltsverzeichnis

## Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1964 wurde auf Initiative von Karl Oberdisse zusammen mit dem damaligen Düsseldorfer Oberbürgermeister Peter Müller die Gesellschaft zur Förderung der Erforschung der Zuckerkrankheit e.V. gegründet. Zur Ausführung ihrer Aufgaben wurde 1965 das Diabetes-Forschungsinstitut (DFI) eingerichtet. Dort sollte die Pathogenese, Früherkennung und Prävention des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen erforscht werden, um die Behandlung und Prognose der Patienten mit Diabetes mellitus zu verbessern.

Die Aufnahme des DFI in die vom Bund und den Ländern gemeinsam geförderte Blaue Liste, die Vorläuferinstitution der heutigen Leibniz-Gemeinschaft, erfolgte 1977. Seit 1999 ist das Institut als An-Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf angegliedert.

2002 wurde das DFI umbenannt in „Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut, Leibniz-Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ (DDFI) und Mitte 2004 in „Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung“.^{[1]}

Bis März 2007 war die „Deutsche Diabetes-Klinik“ (DDK) Teil des Diabetes-Zentrums. Die Klinik war ein Fachkrankenhaus mit 58 Betten in zwei Stationen sowie einer Spezialambulanz, pro Jahr wurden rund 3500 Patienten versorgt. Die Klinik hat ihre Tätigkeiten zum 31. März 2007 eingestellt. Als Nachfolge wurde das Institut für Klinische Diabetologie gegründet. Der stationäre und ambulante Versorgungsbereich wurde an das Universitätsklinikum Düsseldorf verlagert.

Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstandes des DDZ und Direktor des Instituts für Klinische Diabetologie ist seit 2008 Michael Roden, der zudem die Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf leitet. Direktor des Instituts für Klinische Biochemie und Pathobiochemie ist seit März 2011 Hadi Al-Hasani. Oliver Kuß leitet das Institut für Biometrie und Epidemiologie seit 2012. 2013 wurde das Institut für Betazellbiologie als neue Abteilung des DDZ eröffnet. Dieses vierte Institut des DDZ wird geleitet von Eckhard Lammert. Aus der Paul-Langerhans-Gruppe für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie entstand unter der Leitung von Andrea Icks das Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie.

Durch den Wissenschaftsrat der Leibniz Gemeinschaft wird das DDZ in regelmäßigen Abständen begutachtet.

## Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DDZ hat satzungsgemäß die Aufgabe, Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) durchzuführen und zu fördern, um die Wirkung dieser Krankheit auf den menschlichen Organismus zu erfassen und therapeutische Maßnahmen zu erarbeiten. Das DDZ verfolgt seine Ziele durch Forschung an primären tierischen Zellen wie Kardiomyozyten, Fettzellen, Hepatozyten, Immunzellen und pankreatischen Inselzellen sowie an primären menschlichen Zellen, die aus Blut, Fett, Muskel, Haut und Gefäßen isoliert werden.

2017 gliedert sich das Zentrum in die Bereiche:

- Institut für Klinische Diabetologie,
- Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie,
- Institut für Biometrie und Epidemiologie,
- Institut für Betazellbiologie,
- Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie,
- Nationales Diabetes-Informationszentrum.

Am Institut für Klinische Diabetologie werden die wesentlichen Mechanismen zur Entstehung eines LADA, Typ-1- oder Typ-2-Diabetes mit seinen Folgeerkrankungen erforscht und Studien zur Prävention, Anwendung neuer Medikamente und Therapie von Spätkomplikationen durchgeführt.

Forschungsschwerpunkt des Instituts für Klinische Biochemie und Pathobiochemie ist die Untersuchung der molekularen Grundlagen für die Entstehung von Adipositas, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes. Das Ziel besteht darin, neue Erkenntnisse zu gewinnen, mit denen die Prävention, Prädiktion und Therapie des Diabetes verbessert werden kann.

Das Institut für Biometrie und Epidemiologie führt populationsbasierte Studien zur deskriptiven Epidemiologie der beiden Diabetestypen und deren Komplikationen sowie zur Verbesserung der Prävention und Früherkennung von Diabetespatienten durch.

Am Institut für Betazellbiologie werden die pathogenen Mechanismen in Betazellen und Endothelzellen während einer Glukoseintoleranz und eines Typ-2-Diabetes untersucht.

Das Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie befasst sich mit der Analyse patientenrelevanter Outcomes von Präventions- und Versorgungsmaßnahmen sowie den Kosten-Nutzen-Verhältnissen dieser Interventionen unter Alltagsbedingungen.

Neben den fünf Instituten ist am DDZ die Stabsstelle Nationales Diabetes-Informationszentrum eingerichtet, die in enger Zusammenarbeit mit allen anderen Instituten des DDZ einen Diabetes-Informationsdienst betreibt und der Öffentlichkeit wissenschaftliche Informationen zum Diabetes mellitus zur Verfügung stellt.

## Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DDZ ist national und international vernetzt. Wichtigster universitärer Kooperationspartner ist die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, mit der seit 1999 in einem Vertrag die Zusammenarbeit in den Forschungsgebieten sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und darüber hinaus die Beteiligung des DDZ an der Lehre der Universität geregelt ist.

## Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Finanzierungsmodell der so genannten Blaue-Liste-Einrichtungen wird das Institut in Form einer Fehlbedarfsfinanzierung hälftig aus Mitteln des Bundes und der Länder finanziert. Der Bundesanteil wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) getragen, der Länderanteil zu drei Viertel vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW).

## Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

- ↑
*Stellungnahme zum Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung.*Senat der Leibniz-Gemeinschaft, 18. Juli 2007, abgerufen am 7. Mai 2015 (PDF; 558 kB).

## Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

**Commons: Deutsches Diabetes-Zentrum**– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 12′ 17,2″ N, 6° 47′ 14,6″ O