Ferdinand von Wrede

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Ferdinand von Wrede zu Melschede (* 1619; † 1685) war ein hochrangiger Kurkölner Funktionsträger und zuletzt als Landdrost Stellvertreter des Kurfürsten im Herzogtum Westfalen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn des Stephan von Wrede Drost von Balve und kurkölnischer Hofmeister sowie der Mutter Wilhelmine Dorothea von Rolshausen zu Müllenbach, er selbst war in erster Ehe mit Sibilla Elisabeth von Plettenberg und in zweiter Ehe mit Johanna Maria von der Horst verheiratet.[1]

Einer seiner Paten war Kurfürst Ferdinand von Bayern. Schon 1627 verlieh ihm der Kurfürst die Anwartschaft auf das Drostenamt in Balve. Beim Tod des Vaters war Ferdinand erst neun Jahre alt, er trat später in den kaiserlichen Militärdienst ein und wurde Kornet uim Kavallerieregiment Duckmiller von Müllenberg.

Seit 1641 war er Drost des Amtes Balve, ein Jahr später verließ er den kaiserlichen Militärdienst. Im Jahr 1647 wurde er adeliger Rat bei der Verwaltung des Herzogtums Westfalen ernannt, diese Position wurde 1653 vom neuen Kurfürsten Maximilian Heinrich von Bayern bestätigt. Er unterschrieb 1654 den Recessus perpetuae concordiae zwischen der Ritterschaft und den Städten des Herzogtums an vorderer Stelle mit, der Kurfürst hat 1658 das Amt Balve an von Wrede verpfändet. Er wurde 1659 zum kurkölnischen Hofmeister und 1668 zum Obriststallmeister ernannt, als solcher erhielt er ein Quartalsgehalt von 500 Gulden mit zusätzlichen Leistungen für fünf Pferde und die Bezahlung von drei Dienern. Im Jahr 1672 wurde er stellvertretender Landdrost. Für den Militärdienst leistenden Landdrost Dietrich von Landsberg hat er seither die Amtsgeschäfte.

Zu einem nicht ganz klaren Zeitpunkt wurde er Berghauptmann und stand damit dem Bergamt des Herzogtum Westfalen vor. Wahrscheinlich trat er das Amt 1676 nach dem Tod des bisherigen Amtsinhabers Gaudenz von Weichs an. Gemäß der Bergordnung von 1669 war der Berghauptmann ein dem Kurfürsten direkt unterstellter „Minister“, dem das gesamte Bergwesen und die Berggerichtsbarkeit in eigener Verantwortung unterstand, von 1684 bis 1685 war er Landdrost und damit sowohl Stellvertreter des Kurfürsten wie auch oberster Vertreter der Stände im Herzogtum Westfalen.

Er ließ zwischen 1659 und 1669 das Schloss Melschede als vierflügelige Anlage errichten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogische Hinweise

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Suibert Seibertz: Die Landmarschalle Westfalens. In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des preußischen Staates. Jg. 16. Mittler, Berlin 1835, S. 90 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Horst Conrad: Die kurkölnische Bergordnung des Jahres 1669 und ihr Umfeld. In: Bergbau im Sauerland. Schmallenberg 1996, S. 154.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]