Flockertsholz

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Flockertsholz
Stadt Solingen
Koordinaten: 51° 12′ 44″ N, 7° 5′ 33″ O
Höhe: etwa 235 m
Postleitzahl: 42653
Vorwahl: 0212
Flockertsholz (Solingen)
Flockertsholz

Lage von Flockertsholz in Solingen

Flockertsholz
Flockertsholz

Flockertsholz ist eine Ortslage in der bergischen Großstadt Solingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortslage Flockertsholz befindet sich an den zur Wupper hin abfallenden Hängen östlich der Lützowstraße im Stadtteil Gräfrath. Westlich befinden sich der Sportplatz am Flockertsholzer Weg, die ehemalige Jugendherberge Gräfrath sowie der Lichtturm, der sich am höchsten Punkt der Stadt Solingen auf nahezu 276 Metern über NHN befindet. Östlich befinden sich die Ortslagen Flockertsberg und Friedenstal sowie die Wüstung Dritter Kotten. Südlich liegen Laiken, Neuenhaus und die Hofschaft Oben zum Holz. Nördlich liegt Schieten. Bei Flockertsholz entspringt außerdem der Flockertsholzer Bach, der bei Friedenstal in die Wupper mündet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Flockertsholz bezeichnet ein Holz, also ein Waldgebiet, das im Eigentum einer Person oder Familie mit dem Namen Flockert stand.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Kartenwerk Topographia Ducatus Montani von Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Solingen, aus dem Jahre 1715 ist der Ort mit einer Hofstelle verzeichnet und als F.Holt benannt. Der Hof gehörte zur Honschaft Ketzberg innerhalb des Amtes Solingen. Die Topographische Aufnahme der Rheinlande von 1824 verzeichnet den Ort als a.Flokersholz, die Preußische Uraufnahme von 1843 als Flockertsbergerstraß. In der Topographischen Karte des Regierungsbezirks Düsseldorf von 1871 ist die Hofschaft als Flockertsbergerhof verzeichnet.[2]

Nach Gründung der Mairien und späteren Bürgermeistereien Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Flockertsholz zur Bürgermeisterei Gräfrath. 1815/16 lebten elf Einwohner, 1830 zwölf Menschen im als Bauerschaft kategorisierten Ort.[3][4] 1832 war Flockertsholz weiterhin Teil der Honschaft (Ketz-)Berg innerhalb der Bürgermeisterei Gräfrath.[5][6] Der nach der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf als Ackerhof kategorisierte Ort besaß zu dieser Zeit ein Wohnhaus, eine Fabrik bzw. Mühle und vier landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 24 Einwohner im Ort, davon acht katholischen und 16 evangelischen Bekenntnisses.[6] Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt den Ort 1871 mit drei Wohnhäusern und 27 Einwohnern auf.[7] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland werden 1885 ein Wohnhaus mit sechs Einwohnern angegeben.[8] 1895 besitzt der Ortsteil ein Wohnhaus mit sechs Einwohnern, [9] 1905 werden zwei Wohnhäuser und zehn Einwohner angegeben.[10]  

Im Jahre 1822 hatte das 40. Landwehr-Bataillon das Gebäude des 1803 säkularisierten Gräfrather Klosters als Kaserne bezogen.[11] Für die dort kasernierten Soldaten wurde in der Folgezeit oberhalb von Flockertsholz ein Exerzierplatz angelegt. Dieser wurde unmittelbar angrenzend an den Lichtturm und lange Jahre ungenutzt, zwischen 1923 und 1924 in einen Sportplatz umgebaut. In der ersten Jahreshälfte 2004 wurde der Platz zum Kunstrasenplatz umgebaut. Heute nutzt diesen der Ballspielverein Gräfrath als Heimspielstätte.[12]

Mit der Städtevereinigung zu Groß-Solingen im Jahre 1929 wurde Flockertsholz ein Ortsteil Solingens. Oberhalb von Flockertsholz eröffnete im Jahre 1962 eine Jugendherberge.[13] Diese wurde 2015 von der nahen Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft zur Unterbringung ihrer Studenten übernommen.[14] In Flockertsholz gibt es heute neben einem Reiterhof auch einen Kindergarten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Solingen: Straßen- und Ortsbezeichnungen in unserer Stadt Solingen, Eigenverlag, Solingen 1972
  2. Topographische Karte des Regierungsbezirks Düsseldorf. Entworfen und ausgeführt nach den Katastral-Aufnahmen und den denselben zum Grunde liegenden und sonstigen trigonometrischen Arbeiten durch den kgl. Regierungssekretär W. Werner. Hrsg. von dem kgl. Regierungssekretär F. W. Grube. 4. rev. Auflage / Verlag von A. Bagel in Wesel, 1859 / Ddf., 17. Dez. 1870. J. Emmerich, Landbaumeister. - Nach den ministeriellen Abänderungen berichtigt. Ddf. d. 1. Sept. 1871. Bruns.
  3. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  4. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  5. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  6. a b Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  7. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  10. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  11. Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt, Band 2, Walter Braun Verlag, Duisburg 1972, ISBN 3-87096-103-1
  12. Geschichte des Sportplatzes auf bv-graefrath.de, abgerufen am 5. Juni 2015.
  13. Bilder zu Flockertsholz, Friedenstal u.a. auf bilder-von-solingen.de, abgerufen am 22. Mai 2015
  14. Bericht der Solinger Morgenpost vom 2. März 2015, abgerufen am 22. Mai 2015