Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin

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Fraunhofer-Institut für
Toxikologie und Experimentelle Medizin
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin
Institutssitz Hannover
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Hannover, Braunschweig
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Biomedizin, Biotechnologie, Toxikologie
Grundfinanzierung: ein Drittel des Gesamtbudgets (Bund und Land)
Leitung: Norbert Krug[1]
Mitarbeiter: ca. 300
Homepage: www.item.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), auch in der Kurzbezeichnung „Fraunhofer ITEM“ genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Institut hat seinen Sitz in Hannover, seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung im Fach Naturwissenschaften auf dem Gebiet der Biomedizin, der Biotechnologie und der Toxikologie zuzuordnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Instituts beginnt Anfang 1981, als das Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Aerosolforschung (ITA) einen Neubau in Hannover bezog und mit 40 Mitarbeitern die ersten Forschungsarbeiten begann.

Das Fraunhofer ITA war bis dahin an den Standorten Grafschaft (Schmallenberg) und Münster angesiedelt. Der Münsteraner Teil zog nach Hannover um. Am Standort Grafschaft wurde zunächst das Fraunhofer-Institut für Umweltchemie und Ökotoxologie (IUCT) als Nachfolgeinstitut gebildet, heute ist dies ein Teil des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME).

Zu dem Laborgebäude in Hannover gehörte ein speziell für inhalationstoxikologische Forschung ausgerüstetes Tierhaus. Noch fand sich das Institut an der Feodor-Lynen-Straße auf der Grünen Wiese, denn erst einige Jahre später sollte aus diesem Gelände der Medical Park, ein High-Tech Zentrum für die Life Sciences werden. Die ersten Forschungsarbeiten galten den gesundheitlichen, insbesondere den Lungentumor verursachenden, Wirkungen von Dieselruß.

Im Jahr 1996 wurden die Bereiche mechanistische und molekulare Toxikologie, moderne medizinische Biotechnologie und klinische Forschung aufgebaut. Die Namensänderung in „Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin“ erfolgte im Jahr 2003, um auch schon im Namen die neuen Arbeitsschwerpunkte deutlich zu machen.

2006 wurde eine Fraunhofer Projektgruppe „Personalisierte Tumortherapie“ an der Universität Regensburg eingerichtet.[2]

Seit Januar 2008 ist die „Pharmazeutische Biotechnologie“ ein Bereich des Fraunhofer ITEM in Hannover mit Standort in Braunschweig. Diese Arbeitsgruppe war zuvor Teil des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI).[3]

Ab 2011 entsteht in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) das Clinical Research Center Hannover (CRC Hannover), ein Studienzentrum für klinische Atemwegserkrankungen.[4]

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Institutsschwerpunkte werden thematisch in sechs Geschäftsfeldern verteilt:

  • Toxikologische Prüfung
  • Präklinische Pharmakologie
  • Frühe klinische Prüfung
  • Registrierung und Risikobewertung
  • Umwelt-, Arbeits- und Verbraucherschutz
  • Herstellung von Biopharmaka für die klinische Forschung

Hierbei steht die Forschung für die Gesundheit des Menschen, sowohl unter präventivmedizinischen Gesichtspunkten als auch im Hinblick auf die Entwicklung diagnostischer Methoden und innovativer Therapiekonzepte, im Mittelpunkt des Fraunhofer ITEM.

Das Spektrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Fraunhofer ITEM reicht von der präklinischen und klinischen Pharmaforschung und -entwicklung, der Allergie- und Asthmaforschung bis zu Untersuchungen zu Gewerbe-, Umwelttoxikologie und Verbraucherschutz sowie Prüfung und Registrierung von Chemikalien, Bioziden und Pflanzenschutzmitteln.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Life Sciences (Fraunhofer VLS). In diesem Verbund sind die biologischen, biomedizinischen, pharmakologischen und toxikologischen Kompetenzen von sieben Fraunhofer-Instituten gebündelt.

Im universitären Bereich bestehen Kooperationen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die auch den Grundlagenforschungsbedarf des Fraunhofer ITEM abdecken.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2012 waren am Institut 298 Personen beschäftigt.

Der Betriebshaushalt lag im Geschäftsjahr 2012 bei 24,7 Millionen Euro, rund 73,8 % davon kamen aus selbst erwirtschafteten Mitteln. Der Anteil der Industrieerträge am Betriebshaushalt betrug 34,3 %.

Das Institut wurde bis 1996 von Ulrich Mohr, danach bis 2016 von Uwe Heinrich geleitet. Im Januar 2017 hat Norbert Krug die Institutsleitung übernommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.item.fraunhofer.de/de/institut/das-fraunhofer-item/Institutsleitung.html
  2. Einrichtung einer Fraunhofer Projektgruppe an der Universität Regensburg, Informationsdienst Wissenschaft vom 22. März 2006
  3. Pharmazeutische Biotechnologie@1@2Vorlage:Toter Link/www.item.fraunhofer.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. CRC Hannover

Koordinaten: 52° 23′ 15,7″ N, 9° 47′ 52,3″ O