Heinrich von Böckenförde

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Heinrich von Böckenförde genannt Schüngel (auch Bokenforde) († Dezember 1437) war Landmeister des Deutschen Ordens in Livland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammte aus der westfälischen Adelsfamilie Böckenförde genannt Schüngel, sein Vater war Degenhard von Böckenförde. Er war 1426 bis 1428 Vogt von Narwa; in den Jahren 1430 bis 1432 war er Komtur der Kommende Ascheraden. Danach war er bis 1434 Komtur von Reval, im Jahr 1433 war er erstmals Kandidat für das Amt des Landmeisters. Bei der Wahl standen sich eine „rheinländische“ und eine „westfälische“ Partei gegenüber, die rheinische Seite setzte sich durch. Er war dann 1434 und 1435 Landmarschall des Deutschen Ordens in Livland, nach der für den Orden verlorenen Schlacht an der Swenta, an deren Folgen der in Gefangenschaft geratene Landmeister Frank Kirskorf starb, haben die Gebietiger, Komture, Vögte und die Ritterschaft ohne eine Entscheidung des Hochmeisters Paul von Rusdorf abzuwarten, Böckenförde zum Landmeister gewählt. Rusdorf hat die Wahl später bestätigt. Zwischen 1435/36 und 1437 hat er das Amt ausgeübt, als Folge der Niederlage musste Böckenförde im Dezember 1435 den Frieden von Brest unterzeichnen. Darin war der Orden zukünftig verpflichtet, denjenigen Kandidaten als Großfürsten von Litauen anzuerkennen, den der König von Polen bestätigt hatte, seine Amtszeit verlief weitgehend friedlich. Im Inneren war der Landtag vom Dezember 1435 von Bedeutung. Dort kam es unter anderem zur Beilegung von Konflikten zwischen dem Deutschen Orden und dem Erzbischof von Riga. Außerdem kam es zu einer ersten Landeseinigung zwischen den auseinanderstrebenden Kräften und Ständen des Landes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Jähning (Hrsg.): Die Berichte der Generalprokuratoren des Deutschen Ordens an der Kurie. Personen- und Ortsindex sowie Ergänzungen zum 4. Band (1429–1436). Köln 2005, ISBN 978-3-412-27405-4, S. 149
  • Gustav Bergmann: Geschichte von Livland, nach Bossuetischer Art entworfen. Leipzig 1776, S. 27.
  • Ernst Seraphim: Geschichte von Livland: 1. Band: Das livländische Mittelalter und die Zeit der Reformation. Gotha 1906, S. 187ff.
VorgängerAmtNachfolger
Frank KirskorfLandmeister in Livland des Deutschen Ordens
1435–1437
Gottfried von Rodenberg (amtierend)