Lubsko

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Lubsko
Wappen von Lubsko
Lubsko (Polen)
Lubsko
Lubsko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żary
Fläche: 13,00 km²
Geographische Lage: 51° 47′ N, 14° 58′ OKoordinaten: 51° 47′ 0″ N, 14° 58′ 0″ O
Höhe: 68 m n.p.m.
Einwohner: 14.221
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 68-300
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ŻaryGubin
Schienenweg: Berlin–Wrocław
Nächster int. Flughafen: Dresden
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 28 Ortschaften
18[2] Schulzenämter
Fläche: 182,69 km²
Einwohner: 18.829
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0811063
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Lech Jan Jurkowski
Adresse: pl. Wolności 1
68-300 Lubsko
Webpräsenz: www.um.lubsko.pl



Lubsko ['lupskɔ] (deutsch Sommerfeld, niedersorbisch Žemŕ) ist eine Stadt in der Niederlausitz im Powiat Żarski der polnischen Woiwodschaft Lebus. Sie ist Mittelpunkt der gleichnamigen Landgemeinde mit 28 Ortschaften.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt östlich unweit der Oder, am Fluss Lubsza (deutsch Lubst/Lubis), 28 Kilometer von Żary (Sorau) und je 30 Kilometer von Guben und Forst entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Lubsko
Die Stadt Sommerfeld südlich der Stadt Crossen an der Oder auf einer Landkarte von 1905
Sommerfeld im Jahr 1841, nach Daniel Murmann
Rathaus und Stadtkirche
Stadtkirche
Gebäude der ehemaligen Burganlage

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Funde aus der Zeit der Lausitzer Kultur zeigen, dass die Umgebung der heutigen Stadt bereits in der Bronzezeit besiedelt war.

Der Ort Sommerfeld wurde zum ersten Mal in einem Privileg zum Bau einer Burg von Markgraf Heinrich I. von Meißen aus dem Jahre 1106 urkundlich erwähnt. Er selbst lebte zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr, bei dem Dokument handelt es sich wahrscheinlich um eine Fälschung, um die Ansprüche auf die Mark Lausitz innerhalb des Adelsgeschlechts der Wettiner zu untermauern.

13. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtrecht wurde 1283 durch den Markgrafen Heinrich III. von Meißen nach Magdeburger Recht verliehen. Das Münzrecht verlieh König Wenzel IV. von Böhmen der Stadt 1411. Seit 1482 gehörte Sommerfeld zum Kurfürstentum Brandenburg (infolge des Glogauer Erbfolgestreites).

Am 16. Oktober 1627 und im Jahr darauf besuchte Wallenstein die Stadt. Als Gutsherr auf Schloss Sommerfeld wurde 1793 der Johanniter-Ritter George Friedrich von Beerfelde erwähnt, seine Nachfahren bauten das Schloss 1840 in die bis 1945 bestehende Gestalt um.

1815 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde Sommerfeld in den brandenburgischen Kreis Crossen eingegliedert und war bis 1945 stets die größte Stadt im Kreis. Die erste Dampfmaschine wurde 1835 in Betrieb genommen, der erste Fabrikschornstein im gleichen Jahr erbaut, am 1. September 1846 wurde Sommerfeld an die Bahnlinie Berlin–Breslau angeschlossen. 1857 nahm ein Gaswerk den Betrieb auf, und 1863 wurden Wasserleitungen verlegt. 1866 hielt sich Paul von Hindenburg in Sommerfeld auf und wohnte in der damaligen Morgenstraße 23. Mit Gasglühlicht wurde 1896 die Straßenbeleuchtung eingeführt.

Bis zum 30. September 1928 bestand das Gut Sommerfeld als rechtlich selbständige Einheit, im Jahr 1910 hatte dieses ungefähr 100 Einwohner.

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die kaum zerstörte Stadt Sommerfeld 1945 unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutschen Einwohner wurden in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus der nun in Lubsko umbenannten Stadt vertrieben und durch Polen ersetzt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1875: 10.235[3]
  • 1880: 11.073[3]
  • 1925: 11.196, davon 10.541 Evangelische, 359 Katholiken, zehn sonstige Christen und 33 Juden[3]
  • 1933: 10.931, davon 10.195 Evangelische, 372 Katholiken, keine sonstigen Christen und 39 Juden[3]
  • 1939: 10.578, davon 9.837 Evangelische, 419 Katholiken, zehn sonstige Christen und 14 Juden[3]

Slawische Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerfeld wurde anfangs von slawischer Bevölkerung bewohnt, seit dem 13. Jahrhundert zogen Deutsche zu, die deutsche Sprache und Kultur setzte sich in den folgenden Jahrhundert auch unter dem Einfluss der deutschen Herrschaften durch. 1583 wurde eine wendische Kapelle abgerissen.[4] Noch bis weit ins 18. Jahrhundert wurde insbesondere in den Vorstädten auch ein ostniedersorbischer Dialekt gesprochen.[5] Spuren der wendischen Kultur und Sprache haben sich bis 1945 gehalten.[6][7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 1846 wurde Sommerfeld an die Bahnlinie Berlin–Breslau angeschlossen. Später zweigten von Sommerfeld weitere Bahnlinien nach Crossen sowie nach Weißwasser ab, sodass die Stadt zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt wurde.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Lubsko (Gmina miejsko-wiejska) gehören die Stadt Lubsko und die Ortschaften (deutsche Namen) mit Schulzenamt (sołectwo):

  • Białków (Belkau)
  • Chełm Żarski (Kulm)
  • Chocicz (Hermswalde)
  • Chocimek (Kotsemke, 1937–1945 Buschweide)
  • Dąbrowa (Dubrow, 1937–1945 Eichenhagen)
  • Dłużek (Dolzig)
  • Górzyn (Göhren)
  • Grabków (Grabkow)
  • Kałek (Kalke)
  • Lutol (Leuthen)
  • Mierków (Merke)
  • Mokra (Muckrow)
  • Osiek (Ossig)
  • Raszyn (Räschen)
  • Stara Woda (Altwasser)
  • Tuchola Żarska (Tauchel)
  • Tymienice (Tamnitz)
  • Ziębikowo (Seebigau)

Weiterhin gibt es folgende Ortschaften ohne Schulzenamt:

  • Dłużek-Kolonia
  • Tarnów
  • Gareja (Garivorwerk)
  • Gozdno (Heidehäuser)
  • Janowice (Klein Jänowitz, 1937–1945 Jahnsfeld)
  • Nowiniec (Neumühle)
  • Małowice (Mallwitz)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renaissance-Rathaus
  • Mariä-Heimsuchungs-Kirche
  • Schloss
  • Büttelturm

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafthum Nieder-Lausitz. Berlin 1861, S. 533–536.
  • Eduard Ludwig Wedekind: Diplomatische Chronik der Immediatstadt Sommerfeld von ihrer Erbauung bis auf die gegenwärtige Zeit. Verlag Riep, Krossen 1846.
  • Hermann Standke: Heimatkunde der Niederlausitz für Schule und Haus mit besonderer Berücksichtigung von Forst und Umgebung. Rauert & Pittius, Sorau/N.L. 1923.
  • Gerhard Schulz: 850 Jahre Sommerfeld 1106–1956. Selbstverlag der Ortsbetreuung Sommerfeld, Berlin 1956.
  • Wiesław Hładkiewicz (Red.): Lubsko, Jasień. Z dziejów i współczesności. Lubuskie Towarzystwo Kultury, Zielona Góra 1977 (Zeszyty lubuskie LTK 15, ISSN 0239-4790).
  • Jerzy Piotr Majchrzak: Miasto ze złotym lwem w herbie. Dom Wydawniczy "SORAVIA", Żary 1998, ISBN 83-907074-5-4.
  • Władyslaw Mochocki: Lubsko we wspomnieniach/Lubsko in Erinnerungen. Urząd Miejski w Lubsku, Lubsko 2003, ISBN 83-911822-4-X (zweisprachige Ausgabe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lubsko – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Gmina, Wykaz Sołtysów w Gminie Lubsko, abgerufen am 3. Juni 2014
  3. a b c d e Crossen Verwaltungsgeschichte
  4. Geschichte des Kreises Crossen (Oder) Brandenburger Landschleicher
  5. Frido Mětšk: Serbsko-pólska rěčna hranica w 16. a 17. lětstotku [Die sorbisch-polnische Sprachgrenze im 16. und 17. Jahrhundert]. In: Lětopis, Reihe B, Band III (1958), Ludowe nakładnistwo Domowina, Bautzen 1958, S. 4–25.
  6. Tagesseminar zur wendischen Tracht im polnischen Lubsko. Cottbus, 6. August 2013.
  7. Reinhard M.W. Hanke: Tagung zu niedersorbischen Trachten in Sommerfeld am 19.08.2013. AGOMWBW-Rundbrief Nr. 632 vom 21. August 2013, Berlin.
  8. Wilhelm Heinrich Erbkam: Kähler, Ludwig August. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 1–3.
  9. Literaturport, historische Autoren, „M“