Staatenhaus am Rheinpark

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Gesamtansicht Staatenhaus vom Rheinpark aus gesehen

Das Staatenhaus am Rheinpark ist ein Veranstaltungsgebäude in Köln-Deutz, das zum künftigen Musicaltheater Kölns umgebaut werden soll.[1] Das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1920er-Jahren mit tageslichthellen Ausstellungsräumen und Backsteinfassade grenzt direkt an die Hallen der Koelnmesse, das Tanzbrunnengelände und den Rheinpark an. Der zweischiffige, aus parallel laufender Halle und Kolonnade bestehende Baukörper wird in der Mitte von einem offenen Bogenbau optisch geteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Kölner Messehallen im Mai 1924 wurde im Herbst 1926 Adolf Abel mit Umgestaltungs- und Erweiterungsplänen beauftragt, um für die Großveranstaltung Pressa im Jahr 1928 mehr Platz zu schaffen. So sollte nördlich an den Messehof ein Rondellbau harmonisch eingegliedert werden. Abel entwarf einen flachen, eingeschossigen, langgestreckten Baukörper, dessen bogenförmiger Grundriss die Form der vorgelagerten Garten- beziehungsweise Parkrondells aufgriff. Den Namen „Staatenhaus“ erhielt dieses Gebäude während der Pressa, bei der es den teilnehmenden Staaten als Präsentationsbau diente. Ein Jahr später fand die 25. Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes mit 150 Teilnehmern und 322 Exponaten im Staatenhaus statt.[2]

In den 1950er-Jahren wurden die während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigten Veranstaltungsräume wieder hergestellt und das ehemalige Staatenhaus auf Wunsch der Aussteller mittels einer Verbindungshalle über das Freigelände mit dem Messehauptgebäude verbunden. Als Teil der Messe firmierte der aufteilbare Rondellbau als „Hallen 6, 7 und 8“ und zwischenzeitlich auch als Rheinparkhallen. Seit Anfang 2010 heißt der eigenständige Veranstaltungsort „Staatenhaus am Rheinpark“.

Veranstaltungen und heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Staatenhaus finden auf insgesamt 16.900 Quadratmeter Nutzfläche bis zu 12.000 Personen Platz. Im Jahr 2011 fanden 46 Veranstaltungen mit 78.000 Besuchern statt. Größtenteils sind diese Veranstaltungen Kongresse, Konferenzen, Tagungen, Messen, Konzerte, Gesellschafts- oder Karnevalsveranstaltungen. So waren im Staatenhaus unter anderem die ART.FAIR, der „Absolventenkongress“, der „fvw Kongress“ (Kongress und Fachmesse für Touristik, Business Traval und Technologie) oder die „Weihnachtsengel-Show“ von Tommy Engel zu Gast.

Künftige Nutzung als Musicaltheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatenhaus soll zu einem Musicaltheater mit 1800 Sitzplätzen umgebaut werden. Zusätzlich soll es einen Ausstellungsbereich mit 1200 Quadratmetern erhalten. Dazu war geplant, das Staatenhaus im Sommer 2015 an die BB Group im Erbbaurecht zu überschreiben.[3] Da der Umbau der Kölner Oper nicht rechtzeitig zur Spielzeit 2015/16 fertig wurde, hat die Stadt Köln dieses Vorhaben aufgeschoben und das Staatenhaus im September 2015 für die Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 als Interimsspielstätte der Oper überlassen.[4] Zum Abschluss des Erbbaurechtsvertrages ist es bislang (Stand 10/2016) nicht gekommen. Vielmehr hat der Rat der Stadt Köln erst im Sommer 2016 die möglichen Rahmenbedingungen eines derartigen Geschäfts beraten.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatenhaus Köln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Rundschau online vom 26. August 2013, Musicaltheater im Staatenhaus
  2. Ausstellungskatalog Deutscher Künstlerbund Köln 1929. Mai – September 1929 im Staatenhaus, M. DuMont Schauberg, Köln 1929.
  3. Staatenhaus als mögliches Interim: Zieht die Kölner Oper nach Deutz? Kölnische Rundschau, 15. September 2015; abgerufen am 1. Oktober 2015.
  4. Hartmut Wilmes: Mehrheitsentscheidung: Kölner Opern-Interim im Staatenhaus. Kölnische Rundschau, 17. September 2015; abgerufen am 1. Oktober 2015.

Koordinaten: 50° 56′ 45″ N, 6° 58′ 29″ O